{"id":7931,"date":"2015-09-28T16:55:12","date_gmt":"2015-09-28T14:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/arbark.se\/?p=7931"},"modified":"2017-03-14T15:14:02","modified_gmt":"2017-03-14T14:14:02","slug":"clara-zetkin-und-stockholm-1917","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arbark.se\/sv\/clara-zetkin-und-stockholm-1917\/","title":{"rendered":"Clara Zetkin und Stockholm 1917"},"content":{"rendered":"<div style=\"background-image: url(https:\/\/arbark.se\/temp\/bg-uvs.gif); padding-left: 0.6em; width: 29%; background-repeat: repeat-x; background-position: center top; float: right; height: 800px; border: 1px solid #cccccc;\">\n<h4 style=\"padding-top: .3em; margin-top: 0;\">Clara Zetkin und Stockholm 1917<\/h4>\n<p><!-- br--><\/p>\n<ul>\n<li>This article is an offprint and previously published in the following Festschrift:<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/nektar.oszk.hu\/en\/manifestation\/3429693\"><em>H\u00e1bor\u00fak, b\u00e9k\u00e9k, terrorist\u00e1k : Sz\u00e9kely G\u00e1bor 70 \u00e9ves <\/em>\/ f\u0151szerk. Majoros Istv\u00e1n ; (red.) Farag\u00f3 G\u00e1bor [et al.] ; mfl. \/ Budapest, 2012<\/a><\/p>\n<p>[translated to: <em>War, peace, terrorism : Sz\u00e9kely G\u00e1bor 70 years<\/em> \/Majoros Istv\u00e1n ; Farag\u00f3 G\u00e1bor et.al. ]<\/p>\n<ul>\n<li>The article has as well been printed in the following journal:<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8221;Clara Zetkin zur Planung einer internationalen Sozialistenkonferenz 1917 in Stockholm&#8221;, <a href=\"http:\/\/www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de\/\"><em>Z. Zeitschrift marxistische Erneuerung<\/em><\/a>, Nr. 102, Juni 2015, s. 121-129.<\/p>\n<div id=\"attachment_8544\" style=\"width: 246px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.arbetarhistoria.se\/fulltext\/136.pdf\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8544\" class=\"size-medium wp-image-8544\" title=\"Arbetarhistoria 2010:4, Tema: Kvinnor i politiken \" src=\"https:\/\/arbark.se\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/clara-zetkin-ah-2010-4-236x300.jpg\" alt=\"Clara Zetkin \" width=\"236\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/arbark.se\/wp-content\/dokument\/2015\/09\/clara-zetkin-ah-2010-4-236x300.jpg 236w, https:\/\/arbark.se\/wp-content\/dokument\/2015\/09\/clara-zetkin-ah-2010-4.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8544\" class=\"wp-caption-text\">Arbetarhistoria 2010:4, Sonderausgabe : Frauen in der Politik (= Kvinnor i politiken) <\/p><\/div>\n<\/div>\n<p><strong>The following text addresses the conference that &#8221;never took place&#8221;, Stockholm conference 1917, and the correspondence between Clara Zetkin and others concerning the planning of a separate women&#8217;s conference. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Protocols and other documents are found in a number of archives, including the stacks at ARAB (The Swedish Labour Movements archives and library). The text is in German, but access to the text and it&#8217;s variations in Swedish aswell as in English are found in references and in the box to the right.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Durch die russische Februarrevolution 1917 schien die M\u00f6glichkeit gegeben, die Parteien der sozialistischen Internationale, die sich nach Kriegsausbruch in verschiedene Lager gespalten hatte, wieder zusammenzuf\u00fchren und eine gemeinsame Aktion f\u00fcr den Frieden einzuleiten, die zuvor durch die separaten Versuche nicht zuletzt vonseiten der Parteien der neutralen L\u00e4nder ergebnislos gewesen waren. Die Reaktionen der sozialistischen Parteien schienen dies zu best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Durch einen konkreten Vorschlag von Thorvald Stauning, dem Vorsitzenden der d\u00e4nischen sozialdemokratischen Partei, Anfang April 1917 und nach einem Beschluss Mitte April der provisorischen ISB-Exekutive, bestehend aus Vertretern der sozialdemokratischen Partei des neutralen Hollands, und des ISB-Sekret\u00e4rs Camille Huysmans, wurde eine internationale sozialistischen Konferenz nach Stockholm einberufen (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">1<\/a>).<\/p>\n<h4>Recht der Genossinnen zur Mitberatung und Mitentscheidung<\/h4>\n<p>Nachdem die Konferenzeinladung nach Stockholm publik geworden war, meldete Clara Zetkin, Sekret\u00e4rin der sozialistischen Fraueninternationale, bei Camille Huysmans sofort am 23. April die erw\u00fcnschte Beteiligung von Vertreterinnen an(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">2<\/a>).\u00a0An Thorvald Stauning schrieb sie am 25. April: \u201dDie bevorstehende internationale Sozialistenkonferenz zur F\u00f6rderung des Friedens kann von grosser Bedeutung werden. Die Genossinnen aller L\u00e4nder m\u00fcssen deshalb ihr Recht zur Mitwirkung praktisch geltend machen.\u201d An anderer Stelle verlangte sie, \u201ddas grunds\u00e4tzliche Recht der Genossinnen zur Mitberatung und Mitentscheidung zu wahren&#8221; und \u201deine Gesamtdelegation f\u00fcr die Genossinnen jener L\u00e4nder zu haben, die keine eigene Vertretung entsenden k\u00f6nnen\u201d. Sie hoffte, dass ihr Stauning zustimme und \u201dIndemnit\u00e4t\u201d erteile, d.h. dieses Verlangen billige (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">3<\/a>).<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Formulierungen finden sich in anderen Briefen von Clara Zetkin. In einem Schreiben an Luise Zietz. Gr\u00fcndungsmitglied der Unabh\u00e4ngigen sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), im April hei\u00dft es: Die internationale Konferenz sei \u201dgesichert\u201d, und es sei \u201dunabweisbar notwendig, dass das grunds\u00e4tzliche Recht der Genossinnen zur Mitwirkung und Mitentscheidung praktisch geltend gemacht und behauptet wird.\u201d(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">4<\/a>). An die Holl\u00e4nderin Heleen Ankersmit, die zuvor schon ein Telegramm und einen Eilbrief erhalten hatte, schrieb Clara Zetkin am 16. Mai nochmals zusammenfassend: Die Frauen m\u00fcssten ihren \u201dgrunds\u00e4tzlichen Rechtsanspruch auf gleichberechtigte Mitarbeit praktisch geltend und wirksam machen\u201d(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">5<\/a>).<\/p>\n<p>In einem Brief an Anna Lindhagen, internationale Sekret\u00e4rin der schwedischen sozialdemokratischen Frauenorganisation, am 2. Juli, in dem der gesamte bisherige Vorgang rekapituliert wurde, wiederholte Clara Zetkin ihre Stellungnahme. Es sei \u201eabsolut notwendig, dass die sozialistischen Frauen \u00fcberall mitwirken m\u00fcssten, wo ehrlich und ernst f\u00fcr einen Frieden gewirkt w\u00fcrde, der unseren Grunds\u00e4tzen entspricht\u201c. Die Einbindung von Frauen in die Friedensarbeit sei wichtig \u201egerade weil wir Frauen weibliche Menschen, nicht missratene verpfuschte Kopien der M\u00e4nner sind und unsere eigenen geistigen und sittlichen Werte f\u00fcr die Betrachtung und L\u00f6sung der vorliegenden Probleme mitbringen\u201c. Es seien ja die Frauen gewesen, die nach Kriegsausbruch \u201edie ersten\u201c gewesen w\u00e4ren \u2013 was nicht ganz korrekt ist \u2013, die \u201edie alten Bande\u201c wieder gekn\u00fcpft und \u2013 auf der internationalen Frauenkonferenz\u00a0 in Bern 1915 \u2013 Prinzipien \u201ef\u00fcr das gemeinsame Ziel des Friedens und der Wiederaufrichtung des allgemeinen Bruderbundes\u201c formuliert h\u00e4tten(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">6<\/a>).<\/p>\n<h4>Vertretung der Frauen auf der Stockholmer Konferenz<\/h4>\n<p>Clara Zetkin erteilte Heleen Ankersmit und Angelika Balabanova(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">7<\/a>)  sofort, und zwar \u201dauf eigene Faust\u201d und ohne vorherige Konsultation mit den angeschlossenen Frauenorganisationen und ohne einen offiziellen Beschluss, das Mandat, die Fraueninternationale in Stockholm zu vertreten. \u201dDie aussergew\u00f6hnliche Situation\u201d rechtfertige \u201ddie ungew\u00f6hnliche Form dieses Mandats\u201d. Aber es sei \u201dschlechterdings unm\u00f6glich, dass internationale Sozialisten in diesem geschichtlichen Augenblick aus irgendwelchen formalistischen, geschweige denn sachlichen Gr\u00fcnden eine Vertretung der sozialistischen Frauen von der Mitwirkung an dem Friedenswerk der Sozialisten aller L\u00e4nder ausschliessen k\u00f6nnten\u201d. Sie sei \u201d\u00fcberzeugt\u201d davon, \u201ddass mein Handeln allgemeine Zustimmung finden wird\u201d, so am 23. April im Brief an Angelika Balabanova(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">8<\/a>).<\/p>\n<p>Die Wahl von Heleen Ankersmit und Angelika Balabanova motvierte Clara Zetkin im Brief an letztere einerseits damit, dass beide an der sozialistischen Frauenkonferenz in Bern 1915 teilgenommen h\u00e4tten und andererseits dass sie \u201dseit langem mit dem ganzen Komplex der Fragen vertraut\u201d seien, die in Stockholm behandelt w\u00fcrden. Sie h\u00e4tte ursp\u00fcnglich auch Anna Lindhagen ein Mandat erteilen wollen, wie sie an diese sp\u00e4ter schrieb. Aber aus mehreren Gr\u00fcnden h\u00e4tte sie das unterlassen. Anna Lindhagen h\u00e4tte nicht an der Berner Konferenz 1915 teilgenommen, die \u201dVerst\u00e4ndigung\u201d mit Schweden dauere \u201dbesonders lange\u201d und sei \u201dunsicher\u201d, und sie habe angenommen, dass Anna Lindhagen als Schwedin wohl sowieso an der Stockholmer Konferenz teilnehmen w\u00fcrde(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">9<\/a>). An Angelika Balabanova schrieb sie zudem: \u201ddurch Ihre theoretische Schulung wie durch Ihre ganze Pers\u00f6nlichkeit [sei sie] zu der Vertretung geradezu berufen\u201d. Clara Zetkin war sich aber auch bewusst, dass sie damit \u201deine schwere Pflicht und Verantwortung aufb\u00fcrde\u201d und \u201dein grosses Opfer\u201d verlange. Sie w\u00fcrde selbst teilnehmen \u2013 \u201dund wenn ich kriechen m\u00fcsste und die Gewissheit h\u00e4tte, daran zu sterben\u201d \u2013, aber sie sei \u201ddurch \u00e4ussere Umst\u00e4nde gefesselt\u201d.(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">10<\/a>). Mit Letzterem ist nat\u00fcrlich gemeint, dass sie nicht mit einer Reisegenehmigung rechnen konnte.<\/p>\n<p>Wenn auch Clara Zetkins Vorgehen und Vorschlag bald Zustimmung erteilt wurden, wie aus den genannten Briefen an Heleen Ankersmit und Anna Lindhagen hervorgeht, so gab es auch abweichende Stimmen, und zugleich wurde eine eine Alternative diskutiert: eine internationale Frauenkonferenz. Eine solche hatte beispielsweise Heleen Ankersmit bef\u00fcrwortet(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">11<\/a>). Allerdings hatte sich da zun\u00e4chst ein \u201dMissverst\u00e4ndnis\u201d ergeben, wie Clara Zetkin an Anna Lindhagen schrieb, weil es so ausgesehen hatte, als wolle Heleen Ankersmit eine Frauenkonferenz statt einer Teilnahme an der Stockholmer Konferenz. Auch Stauning wies in seiner Antwort an Clara Zetkin auf eine Frauenkonferenz auch hin, wollte im \u00dcbrigen aber die Beteiligung der Fraueninternationale an der Stockholmer Konferenz unterst\u00fctzen(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">12<\/a>). Dagegen hatten die Schweizer Frauen vorgeschlagen, \u201enur\u201c an der geplanten dritten Zimmerwalder Konferenz teilzunehmen, die nach der Stockholmer Konferenz stattfinden sollte(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">13<\/a>). Auch Aleksandra Kollontaj schrieb an Heleen Ankersmit am 22. Juli, dass \u201ewir keinesfalls an dem Kongress der Sozialpatrioten\u201c \u2013 zu denen hier auch der Petrograder Arbeiter- und Soldatenrat gez\u00e4hlt wurde, der sich dem Stockholmer Vorhaben anschloss \u2013 teilnehmen sollten. Eine Frauenkonferenz solle zudem nur in Verbindung mit der Zimmerwalder Konferenz stattfinden(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">14<\/a>).<\/p>\n<h4>Teilnahme an gemeinsamer Friedensarbeit<\/h4>\n<p>Clara Zetkin\u00a0 war in beiden Fragen anderer Meinung. In ihrem Brief an Heleen Ankersmit vom 16. Mai schrieb sie: Die Voraussetzungen f\u00fcr \u201dgetrennte Sonderkonferenzen der Frauen f\u00fcr den Frieden und Verst\u00e4ndigung\u201d seien nicht mehr gegeben. Es gelte, \u201dalle grunds\u00e4tzlichen gleichgesinnten Kr\u00e4fte zusammenzufassen\u201d. \u201dDies ist unser Platz und unsere Arbeitsstelle in der grossen Internationale.\u201d(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">15<\/a>). Ebenso schrieb sie an Anna Lindhagen am 2. Juli, dass die Frauen an der Stockholmer Konferenz teilnehmen m\u00fcssten und nicht nur an Konferenzen linker Gruppen. Die Frauenorganisation jedes Landes k\u00f6nne nat\u00fcrlich grunds\u00e4tzlich entscheiden, an welcher der Konferenzen sie teilnehmen m\u00f6chte, aber die Fraueninternationale, als Organisation, m\u00fcsse allen Konferenzen beiwohnen, \u201edie ehrlich und ernst f\u00fcr den Frieden und den Aufbau einer aktionswilligen und aktionsf\u00e4higen allgemeinen Internationale arbeiten wollen\u201c. \u201cUnser Rat und unsere Stimme muss \u00fcberall in die Wa[a]gschale geworfen werden, wo um die Kl\u00e4rung und Befestigung unserer Grunds\u00e4tze gerungen und gek\u00e4mpft wird. Unser Platz ist nicht nur dort, wo sich gemeinsame Erkenntnis zu einem gemeinsamen Willen zu gemeinsamer Arbeit zusammenballt, sondern auch dort, wo erst noch um grundlegende gemeinsame Erkenntnis gestritten wird, dort, wo es gilt, Verantwortlichkeiten festzustellen, Legenden zu zerst\u00f6ren und zu zeigen, was ist, und was sein soll\u201c. Dies sei letztlich auch eine \u201cErf\u00fcllung der Verpflichtung [der] Berner Konferenz\u201d(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">16<\/a>).\u00a0Die Stellungnahme zur Kriegsschuldfrage und die kritische Beurteilung der Mythen der Vaterlandsverteidigung waren bei der Vorbereitungen der Stockholmer Konferenz allerdings keine allgemein akzeptierten Verhandlungspunkte.<\/p>\n<p>Der linke Fl\u00fcgel der sozialistischen Bewegung, dem Clara Zetkin wie auch Angelika Balabanova und Heleen Ankersmit angeh\u00f6rten, stand der Stockholmer Konferenz skeptisch bis ablehnend gegen\u00fcber, auch nach der Konferenzinitiative des Petrograder Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, die sich schliesslich mit der des Holl\u00e4ndisch-Skandinavischen Komitees vereinigte. Aleksandra Kollontaj, der Zimmerwalder Linken zugeh\u00f6rig, war, wie genannt, v\u00f6llig ablehnend. Auch Angelika Balabanova als Sekret\u00e4rin der ISK und Mitorganisatorin des Zimmerwalder Konferenzvorhabens war gegen eine Beteiligung an der Stockholmer Konferenz oder eine gemeinsame Konferenz. K\u00e4te Duncker, Mitglied des Spartakus, betrachtete dagegen die Stockholmer Konferenz als \u201dStrohhalm, ein bi\u00dfchen Hoffnung, um das \u2019Durchhalten\u2019 zu erleichtern\u201d (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">17<\/a>). Hermann Duncker stimmte zu: Stockholm sei \u201dein Brennpunkt des F\u00fchlens und Denkens von Millionen \u2013 wie noch nie ein internationaler Kongre\u00df\u201d (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">18<\/a>). K\u00e4te Duncker wollte nach Stockholm: \u201dWenn ich auch den unmittelbaren Erfolg sehr gering einsch\u00e4tze, so erhoffe ich doch viel von der Aussprache f\u00fcr sp\u00e4ter\u201d. Sie wollte aber auch nach Stockholm wegen der Zimmerwalder Konferenz (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">19<\/a>). Zusammen mit Rosa Luxemburg wurde sie am 17. Juni als Vertreterin des Wahlvereins f\u00fcr den Kreis Teltow-Beeskow-Storkow-Charlottenburg, Mitglied der USPD, f\u00fcr die Stockholmer Konferenz gew\u00e4hlt; ebenfalls gew\u00e4hlt wurde Franz Mehring(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">20<\/a>). Die Wahl von Rosa Luxemburg war illusorisch, da diese im Gef\u00e4ngnis war. K\u00e4te Duncker bezeichnete diese Wahl \u00fcberhaupt in erster Linie als \u201dDemonstration\u201d, weil man wohl sowieso keine P\u00e4sse bewilligt bekomme. Man wolle sich auf diese Weise auch von \u201dHaase, Bernstein usw. distanzieren (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">21<\/a>), also von der USPD, die schlie\u00dflich sowohl an der Stockholmer Konferenz als auch an der Zimmerwalder Konferenz teilnahm.<\/p>\n<p>Clara Zetkin betonte zwar deutlich, dass die Fraueninternationale \u201eauf dem grunds\u00e4tzlichen Boden der Zimmerwalder\u201c st\u00fcnde (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">22<\/a>), trat aber, wie die oben genannten Briefe gezeigt haben, f\u00fcr die Teilnahme der Fraueninternationale an der Stockholmer Konferenz, von der sie sich allerdings nicht viel erwartete, und gegen eine einseitige Beteiligung an der Zimmerwalder Konferenz auf. Dies formulierte sie zusammenfassend u.a. in einem kritischen Brief an Franz Mehring, Parteifreund im Spartakus, am 1. Juli 1917. Es gelte in Stockholm \u201dgrunds\u00e4tzliche Klartheit und Wucht\u201d in einer oppositionellen Haltung gegen\u00fcber den Mehrheitssozialisten zu vertreten, man m\u00fcsse \u201dkl\u00e4ren &amp; vorantreiben\u201d, und zwar \u201dwegen der Massen\u201d und im Hinblick auf \u201ddie Psyche der Arbeitermassen\u201d. \u201dLediglich auf die muss es uns ankommen, wenn wir politisch k\u00e4mpfen &amp; nicht propagieren wollen\u201d (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">23<\/a>).<\/p>\n<h4>Starkes Interesse am Frieden<\/h4>\n<p>Clara Zetkins rasche, offene und energische Stellungnahme ist angesichts ihrer politischen Beheimatung etwas \u00fcberraschend. Sie markiert hier eine \u201dEigenst\u00e4ndigkeit\u201d, wie Ottokar Luban ganz richtig schreibt, dies aber nicht erkl\u00e4rend einordnet(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">24<\/a>). Der Grund ist ihr starkes Interesse am Frieden. Dies hatte sie bereits Anfang November 1914 durch ihren Appell \u201dAn die sozialistischen\u00a0 Frauenaller L\u00e4nder\u201d dokumentiert, erschienen stark zensiert in \u201dDie Gleicheit\u201d und auch als illegales Flugblatt verteilt. Darin forderte sie einen raschen Frieden ohne Annexionen und sprach den Frauen eine besondere Rolle zu. Der Aufruf endete mit dem Appell: \u201eWir sozialistischen Frauen werden im Kampf gegen den Krieg immer zu den Fortschrittlichen geh\u00f6ren, zu den St\u00fcrmenden\u201c (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">25<\/a>).<\/p>\n<p>Bereits Ende 1914 plante sie eine internationale Frauenkonferenz, die dann am 26.-28. M\u00e4rz 1915 in Bern stattfand. Die Konferenz forderte die Frauen u.a. auf, Massenkundgebungen gegen den Krieg und f\u00fcr den Frieden zu organisieren und bei internationalen Frauenaktionen mitzumachen(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">26<\/a>). Nach T\u00e2nja Puschnerat hielt Clara Zetkin nach dem Ausbruch des desillusionierend wirkenden Krieges die Forderung nach Frieden \u201eals den einzigen Ausgangspunkt f\u00fcr sinnvolle integrative sozialistische Aktion\u201c. Nur so entst\u00fcnde die M\u00f6glichkeit, \u201edie Massen\u201c f\u00fcr die sozialistische Aktion zur\u00fcckzugewinnen, aber auch f\u00fcr die notwendige Sammlung der geteilten Internationale und damit des Proletariats aller L\u00e4nder. Clara Zetkin warnte die Linken und den Spartakus vor der verh\u00e4ngnisvollen Haltung, nur an Konferenzen mit Gleichgesinnten teilzunehmen. Die Friedensarbeit sei \u201eVorarbeit f\u00fcr die Zukunft\u201c, da \u201eeine zielgerichtete und effektive sozialistische Massenarbeit\u201c zu Kriegszeiten nicht ergiebig sein k\u00f6nnte, sondern erst im Frieden. Der Versuch, nach der Februarrevolution die Internationale durch die Stockholmer Konferenz wieder zusammenzubringen und die Friedensfrage auf die Tagesordnung zu setzen, war f\u00fcr Clara Zetkin eine logische Konsequenz und absolute Notwendigkeit ihrer \u201dpolitischen Sammlungstaktik\u201d. Daher diese ihre \u201deigenst\u00e4ndige\u201d Position. Hierin stimme ich T\u00e2nia Puschnerat zu, auch wenn ich ansonsten mit ihren Interpretationen nicht immer einverstanden bin (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">27<\/a>).<\/p>\n<h4>Sozialistische Frauenkonferenz<\/h4>\n<p>Clara Zetkin war, wie gesehen, skeptisch einer gesonderten Frauenkonferenz gegen\u00fcber, zumal als Alternative zu einer Teilnahme an der Stockholmer Konferenz, wie \u00fcbrigens auch andere Frauenvertreterinnen, z.B. Anna Lindhagen und die \u00d6sterreicherin Adelheid Popp. Aber sie betonte, dass sie \u201dgrunds\u00e4tzlich eine Konferenz f\u00fcr notwendig halte, allerdings aber auch eine erfolgreiche Konferenz\u201d. Eine baldige Frauenkonferenz sei in der Tat\u00a0 \u201dsehr w\u00fcnschenswert\u201d, da eine Menge besonderer Frauenfragen anst\u00fcnden. Es m\u00fcssten aber mehrere Voraussetzungen erf\u00fcllt sein: gute Vorbereitung, und dazu m\u00fcssten im Voraus Anregungen und Vorschl\u00e4ge zur Tagesordnung von allen Frauenorganisationen eingeholt werden, sowie allgemeine Beschickung \u2013 \u201dauf breitester demokratischer Grundlage\u201d \u2013, also m\u00fcssten u.a. die gegenw\u00e4rtigen Reiseschwierigkeiten gel\u00f6st sein und ein passender Tagungsort gefunden werden. Sie schlussfolgerte: die Voraussetzungen daf\u00fcr seien zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt nicht gegeben, und als Tagungsort sei Stockholm besonders ungeeignet, da dort die Friedensarbeit im Mittelpunkt st\u00fcnde und die Frauenfragen sowie die Diskussionen der Probleme der Frauen, die durch den Krieg verschlimmert worden seien, verdr\u00e4nge. Eine gesonderte Frauentagung sei erst \u201dzweckdienlich, ja notwendig\u201d, wenn der Stockholmer Konferenzversuch scheitere, und sie sei letztlich erst realistisch nach dem Krieg. Aber sie schlug dennoch schon jetzt Tagesordnungspunkte vor, und zwar die Themen, die f\u00fcr die Frauenkonferenz im Zusammenhang mit dem nicht stattgefundenen internatioanlen Sozialistenkongress 1914 geplant gewesen waren: Frauenwahlrecht, Arbeiterinnenschutz, Rechte f\u00fcr Arbeiterinnen einschlie\u00dflich der Lohnfrage sowie soziale F\u00fcrsorge f\u00fcr Mutter und Kind (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">28<\/a>).<\/p>\n<p>Die Frage einer Frauenkonferenz wurde im Vorstand bzw. im Exekutivkomitee der schwedischen sozialdemokratischen Frauenorganisation dreimal diskutiert, jeweils mit der internationalen Sekret\u00e4rin Anna Lindhagen als Berichterstatterin und treibender Kraft(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">29<\/a>). Am 23. Mai erw\u00e4hnte sie im Vorstand, dass sie \u201eunter der Hand\u201c von einem Vorschlag, \u201enach Stockholm einen Int. Soz. Frauenkongress von verschiedenen Meinungsrichtungen einzuberufen\u201c, erfahren h\u00e4tte. Es sieht fast so aus, als w\u00e4ren die Stockholmer Konferenz und die Frauenkonferenz vermischt worden. Das war vielleicht verst\u00e4ndlich, weil auch die Diskussion Clara Zetkins mit Heleen Ankersmit, wie genannt, zun\u00e4chst etwas missverst\u00e4ndlich verlaufen war. Der Vorstand der schwedischen Frauenorganisation beschloss, \u201esich zum Vorschlag nicht zu \u00e4u\u00dfern, sondern weitere Informationen abzuwarten\u201c.<\/p>\n<p>Am 21. Juni informierte Anna Lindhagen, dass sie \u201epers\u00f6nlich\u201c eine Einladung zu einem \u201eFrauenkongress mit Teilnehmerinnen von verschiedenen Parteien\u201c mit unterzeichnet h\u00e4tte. Der Kongress sollte \u201em\u00f6glicherweise\u201c zur gleichen Zeit wie die Stockholmer Konferenz abgehalten werden. Hier handelt es sich wahrscheinlich um einen geplanten Kongress des International Committee of Women for Peace, dem Anna Lindhagen angeh\u00f6rte. Sie hatte auch ihre d\u00e4nische Parteifreundin Helene Berg in dieser Angelegenheit kontaktiert(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">30<\/a>). Anna Lindhagen nannte aber auch die Themen, die Clara Zetkin f\u00fcr eine sozialistische Frauenkonferenz, allerdings erst nach Kriegsende, vorgeschlagen hatte. Es gab also offensichtlich Pl\u00e4ne f\u00fcr eine solche internationale Konferenz, was Clara Zetkin nicht bef\u00fcrwortete, wohl aber verschiedene Frauenorganisationen vorgeschlagen hatten. Im Vorstand der schwedischen Frauenorganisation teilte Anna Lindhagen am 1. August mit, dass sie wegen eines Frauenkongresses Anfragen an eine Reihe von Genossinnen geschickt h\u00e4tte, \u201eob sie nach Sthlm [Stockholm] zum Zeitpunkt der eventuellen Abhaltung des Kongresses zu erwarten w\u00e4ren\u201c. Sie h\u00e4tte Briefe von Clara Zetkin und Angelika Balabanova \u201ein dieser Sache\u201c erhalten, \u201emit Programm\u201c. Damit ist Clara Zetkins Brief vom 2. Juli gemeint. Was Angelika Balabanova geschrieben hat, habe ich nicht feststellen k\u00f6nnen. Nicht erw\u00e4hnt wurde allerdings Clara Zetkins Skepsis einer Frauenkonferenz zum derzeitigen Zeitpunkt gegen\u00fcber, eine Stellungnahme, die Anna Lindhagen letztlich teilte, was aus ihrem Brief an Clara Zetkin am 21. Juli hervorgeht. Dort votierte sie \u00fcbrigens auch f\u00fcr eine Teilnahme an der Stockholmer Konferenz und hoffte, diese w\u00fcrde stattfinden (<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">31<\/a>).<\/p>\n<p>Gleichzeitig war sie aber selbst irgendwie an der Planung einer Frauenkonferenz beteiligt. Hier liegt eine Unklarheit vor, die \u2013 wie insgesamt eine Reihe von ungekl\u00e4rten Fragen \u2013 hier nicht weiter untersucht werden kann, nicht zuletzt auch wegen der begrenzt zur Verf\u00fcgung stehenden Quellen. Den Vorschlag \u201eeiner kleineren vorbereitenden Konferenz\u201c der an der Stockholmer Konferenz beteiligten Frauen, schob der Vorstand der schwedischen Frauenorganisation auf. Abgewiesen wurde dagegen die von Anna Lindhagen vorgelegte Einladung zur Zimmerwalder Konferenz in Stockholm.<\/p>\n<h4>Scheitern der Stockholmer Konferenz<\/h4>\n<p>Ich habe in den mir verf\u00fcgbaren Quellen keine Informationen gefunden, ob und wie die Frage einer Beteiligung von Frauen an der Stockholmer Konferenz weiter diskutiert wurde. Thorvald Stauning, den Clara Zetkin, wie erw\u00e4hnt, am 25. April kontaktiert hatte, hatte sehr positiv geantwortet und versprochen, mehr Vertreterinnen zu finden, aber Belege f\u00fcr entsprechende Vorschl\u00e4ge im Holl\u00e4ndisch-skandinavischen Komitee oder anderweit gibt es nicht. Am 5. Juni schrieb der Holl\u00e4nder Johan Willem Albarda an seinen Landsmann Florentinus Marinus Wibaut, beide Mitglieder des Holl\u00e4ndisch-skandinavischen Komitees, einerseits dass \u201ddie sozialistische Frauenorganisation nicht getrennt auftreten darf\u201d, und deshalb bef\u00fcrwortet er auch nicht eine \u201dseparate Frauenkonferenz\u201d; denn in der Friedensfrage m\u00fcssten die \u201dParteien als Ganzes\u201d handeln. Es werde ja \u201dnicht eine separate M\u00e4nnerkonferenz abgehalten\u201d, und \u201des gibt doch keinen Separatfrieden f\u00fcr Frauen\u201d. Andererseits war er allgemein skeptisch dem Frauenmandat f\u00fcr Heleen Ankersmit und Angelika Balabanova gegen\u00fcber, weil diese kaum \u201ddie am meisten geeigneten Personen\u201d seien(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">32<\/a>).<\/p>\n<p>Dies gibt wohl die vorherrschende Meinung im Organisationskomitee wieder, das offensichtlich gegen eine gesonderte Beteiligung seitens der Fraueninternationale und der Frauenorganisationen war, wie auch Anna Lindhagen in ihrem Brief an Clara Zetkin vom 21. Juli\u00a0 berichtete. Sie h\u00e4tte Arthur Engberg, einen der Sekret\u00e4re des Komitees, gefragt, ob die schwedische Frauenorganisation Vertreterinnen zur Stockholmer Konferenz schicken k\u00f6nnte und in diesem Zusammenhang auch auf die Rolle und Aktivit\u00e4ten von Clara Zetkin hingewiesen. Aber sie h\u00e4tte nur \u201edie entmutigende Antwort\u201c bekommen, dass Frauen nur durch ihre Parteien delegiert werden k\u00f6nnten und eine \u201ebesondere Repr\u00e4sentation der Frauen ausgeschlossen\u201c sei. Auch wenn die schwedische Frauenorganisation sie abordnen w\u00fcrde, w\u00fcrde sie kein solches Mandat der sozialdemokratischen Partei bekommen, konstatierte Anna Lindhagen. Aber sie hoffte, dass mehrere Frauen von ihren Parteien delegiert und wenigstens die Mandate von Angelika Balabanova und Heleen Ankersmit akzeptiert w\u00fcrden(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">33<\/a>).<\/p>\n<p>Diese Frage wurde aber nicht auf die Probe gestellt, da die Stockholmer Konferenz trotz sechsmonatiger Vorbereitungszeit nie stattfand. Auch eine an diese Konferenz gekoppelte internationale Frauenkonferenz fand nicht statt. Sie wurde aufgeschoben, bis eine allgemeine sozialistische Konferenz stattfinden k\u00f6nnte(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">34<\/a>). Die D\u00e4nin Nina Bang, die dem Holl\u00e4ndisch-skandinavischen Komitees angeh\u00f6rte, und Luise Zietz als Mitglied der Delegation der USPD zu einer der separaten Vorkonferenzen waren die einzigen Frauen, die an der Vorbereitung der Stockholmer Konferenz beteiligt waren, von Sekret\u00e4rinnen und \u00dcbersetzerinnen im Hintergrund abgesehen.<\/p>\n<h4>Frauen und Zimmerwald<\/h4>\n<p>Am 14. September 1917 fanden dennoch zwei Konferenzen in Stockholm statt, allerdings der Zimmerwalder Bewegung: also zwei separate Konferenzen, was Zetkin, wie gesehen, nicht empfohlen hatte. F\u00fcnf Frauen nahmen an der dritten Zimmerwalder Konferenz teil: Angelika Balabanova, als Mitglied des Organisationskomitees und Sekret\u00e4rin der Konferenz, K\u00e4te Duncker (Deutschland), Rosa Bloch (Schweiz), Therese Schlesinger und Madame Luzzato (\u00d6sterreich). In Verbindung mit der Zimmerwalder Konferenz versammelte sich am gleichen Tag eine gesonderte Frauenkonferenz unter dem Vorsitz von Angelika Balabanova mit Teilnehmerinnen aus Deutschland, \u00d6sterreich, Bulgarien, Russland, Rum\u00e4nien, der Schweiz, Finnland und Schweden. In einer Erkl\u00e4rung bedauerte man \u201etief\u201c, dass Clara Zetkin nicht teilnehmen k\u00f6nnte und schickte ihr ein Gru\u00dftelegramm. Ihr wurde auch das Vertrauen als Sekret\u00e4rin der Fraueninternationale ausgesprochen.<\/p>\n<p>Die Teilnehmerinnen sprachen \u00fcber die Notwendigkeit einer neuen internationalen Zeitung wie \u201eDie Gleichheit\u201c, da Clara Zetkin am 16. Mai 1917 wegen ihrer linken Einstellung als Herausgeberin vom Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) entlassen worden war. Weiter wurde hervorgehoben, dass der Krieg \u201ein bezug auf die Frauenarbeit und das Frauenleben \u00fcberhaupt ungemein nivellierend, ja direkt \u201ainternationalisierend\u2019\u201c gewirkt habe, wie die Berichte aus den verschiedenen L\u00e4ndern gezeigt h\u00e4tten. Es wurde versichert, dass die Frauen und die Arbeiterklasse insgesamt im Einklang mit den Beschl\u00fcssen von Bern 1915 und der Zimmerwalder Konferenzen f\u00fcr den Frieden arbeiten w\u00fcrden(<a title=\"Jump to references\" href=\"#ref\">35<\/a>).<\/p>\n<p>Der Krieg wurde jedoch, wie bekannt, mit einem Friedensschluss nach den Bedingungen der siegreichen Grossm\u00e4chte beendet \u2013 und nicht nach den Forderungen der Sozialisten und der sozialistischen Frauen unter ma\u00dfgeblicher F\u00fchrung von Clara Zetkin.<\/p>\n<hr \/>\n<h3><a id=\"ref\">Fu\u00dfnoten:<\/a><\/h3>\n<ol>\n<li>Sehe meine Edition der Protokolle des Organisationskomitees, mit entsprechenden Kommentaren und Literaturhinweisen, <a href=\"http:\/\/www.socialhistoryportal.org\/stockholm1917\">www.socialhistoryportal.org\/stockholm1917<\/a>. Eine Edition der Korrespondenz zur Stockholmer Konferenz bearbeitet Agnes Bl\u00e4nsdorf (Kiel, Deutschland).<\/li>\n<li>Nachlass Clara Zetkin, SAPMO-Barch, Berlin, NY 4005 (Kopie des Originals in Moskau). \u2013 Clara Zetkin und die Stockholmer Konferenz von 1917 habe ich kurz in meinem Beitrag Briefe Clara Zetkins in Archiv und Bibliothek der Arbeiterbewegung in Stockholm, in <em>Jahrbuch f\u00fcr Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung<\/em>, 2010\/IIII,\u00a0 September, S. 50-57 S. 34-57, behandelt. (<a href=\"http:\/\/www.arbetarhistoria.se\/136\/\"><em>Arbetarhistoria<\/em> Nr 136, 2010:4<\/a>, <a href=\"https:\/\/arbark.se\/2010\/08\/letters-from-clara-zetkin\/\"><em>Letters from Clara Zetkin<\/em> &#8211; World of women<\/a>).<\/li>\n<li>Nachlass Thorvald Stauning, 29 A, in Arbejderbev\u00e6gelsens bibliotek og arkiv (ABA) [Bibliothek und Archiv der Arbeiterbewegung], Kopenhagen.<\/li>\n<li> Nachlass Clara Zetkin, SAPMO-BArch, Berlin, NY 4005 (Kopie des Originals in Moskau).<\/li>\n<li>Dieser Brief ist abgedruckt bei\u00a0 Wilhelm Eildermann, Unver\u00f6ffentlichte Briefe Clara Zetkins an Heleen Ankersmit, in: Beitr\u00e4ge zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 1967, Nr. 4, S. 685-688. Als Anlage auch im Brief von Clara Zetkin an Anna Lindhagen, 2.7.1917, nachgewiesen in Anm. 6.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/borge.arbark.se?2702\/E\/5\/1\">Clara Zetkin an Anna Lindhagen, 2.7.1917, Bestand Sveriges socialdemokratiska kvinnof\u00f6rbund [Sozialdemokratischer Frauenverband Schwedens, [SSKF], Box E 05:01<\/a>, in Arbetarr\u00f6relsens arkiv och bibliotek (ARAB) [Archiv und Bibliothek der Arbeiterbewegung], Stockholm.<\/li>\n<li>Noch im Exil in Z\u00fcrich und ab Mitte Mai als ISK-Sekret\u00e4rin in Stockholm t\u00e4tig.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/borge.arbark.se?1905\/1\">Brief und das Mandat als Anlage im Nachlass Angelika Balabanova, Box 01,\u00a0 in ARAB.<\/a><\/li>\n<li>Nachgewiesen in Anm. 6.<\/li>\n<li>Nachgewiesen in Anm. 8.<\/li>\n<li>Telegramm von Heleen Ankersmit vom 9.5.1917 ztiert in Clara Zetkin an Anna Lindhagen, 2.7.1917, nachgewiesen in Anm. 6.<\/li>\n<li>Undatiertes Konzept einer Antwort auf Clara Zetkins Brief vom 25.4.1917, in Nachlass Stauning, 29 A, ABA.<\/li>\n<li>Clara Zetkin an Anna Lindhagen, 2.7.1917, nachgewiesen in Anm. 6.<\/li>\n<li>Abgedruckt in Horst Lademacher, Die Zimmerwalder Bewegung. Protokoll und Korrespondenz. Bd. 1, Den Haag-Paris 1967, S. 538f.<\/li>\n<li>Nachgewiesen in Anm. 5.<\/li>\n<li>Nachgewiesen in Anm. 6.<\/li>\n<li>K\u00e4te Duncker an Hermann Duncker, 5.5.1917, in Heinz Deutschland (Hrsg.), \u201eIch kann nicht durch Morden mein Leben erhalten\u201c. Briefwechsel zwischen K\u00e4te und Hermann Duncker 1915 bis 1917. Bonn 2005. S. 126.<\/li>\n<li>Herrmann Duncker an K\u00e4te Duncker, 23.5.1917, nachgewiesen in Anm. 17, S. 129.<\/li>\n<li>K\u00e4te Duncker an Hermann Duncker, 19.6.1917, nachgewiesen in Anm. 17, S. 134.<\/li>\n<li> Siehe Mitteilungs-Blatt [USPD] Nr. 13, 24..6.1917, S. 6f.<\/li>\n<li> K\u00e4te Duncker an Hermann Duncker, 5.6. und 20.6. 1917, nachgewiesen in Anm. 17, S. 131 und 135.<\/li>\n<li>Brief an Anna Lindhagen, 2.7.1917, nachgewiesen in Anm. 6.<\/li>\n<li>Ausf\u00fchrlich wiedergegeben bei Ottokar Luban, <em>Der Einfluss Clara Zetkins auf die Spartakusgruppe 1914-1918<\/em>, in Ulla Plener (Hrsg.),<em> Clara Zetkin in ihrer Zeit. Neue Fakten, Erkenntnisse, Wertungen. <\/em>Berlin 2008 (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Manuskripte 76), S. 82f. (S. 79-85); siehe auch Ottokar Luban, Die \u201einnere Notwendigkeit, mithelfen zu d\u00fcrfen\u201c. Zur Rolle Mathilde Jacobs als Assistentin der Spartakusf\u00fchrung bzw. der KPD-Zentrale, in Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (IWK), 1993:4, S. 435f.; T\u00e2nia Puschnerat, Clara Zetkin: B\u00fcrgerlichkeit und Marxismus. Eine Biographie, Essen 2003. S. 221.<\/li>\n<li>Luban 2008, S. 83, nachgewiesen in Anm. 23.<\/li>\n<li>Hier zitiert in \u00dcbersetzung nach dem Abdruck in Morgonbris [Organ der schwedischen sozialdemokratischen Frauenorganisation], 1915, Nr. 1, S. 7. Zum Aufruf Karin Bauer, Clara Zetkin und die prorletarische Frauenbewegung. Berlin 1978. S. 144.<\/li>\n<li>Dazu Eckhard M\u00fcller, Clara Zetkin und die Internationale Frauenkonferenz im M\u00e4rz 1915 in Bern, in dem in Anm. 22 nachgewiesenen Sammelband, S. 54-71.<\/li>\n<li>T\u00e2nia Puschnerat, S.218-221, ab 1914 S. 197ff., nachgewiesen in Anm. 23,. Siehe auch Beitr\u00e4ge von Eckhard M\u00fcller und Ottokar Luban, nachgewiesen in Anm. 23 bzw. 25.<\/li>\n<li>Siehe Briefe an Heleen Ankersmit, 16.5.1917, und an Anna Lindhagen, 2.7.1917, nachgewiesen in Anm. 5 bzw. 6.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/borge.arbark.se?2702\/A\/2\">Bestand SSKF, Box A 02:01, in ARAB<\/a>.<\/li>\n<li>Siehe Protokoll der Parteiausschusses von Socialdemokratisk Forbund 3.8.1917, ABA.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/borge.arbark.se?2702\/E\/5\/1\">Briefkonzept Anna Lindhaben an Clara Zetkin, 21.7.1917, Bestand SSKF, Box E 05:01, in ARAB.<\/a><\/li>\n<li>Nachlass Wibaut, 227, in Internationaal Instituut Voor Sociale Geschiedenis [IISG], Amsterdam.<\/li>\n<li>Briefkonzept vom 21.7.1917, nachgewiesen in Anm. 30. Anna Lindhagen an Arthur Engberg, 17.7.1917, Camille Huysmans-Archief, Stockholm Corr. 1917, Nr. 62a, in AMSAB-Institute of Social History, Antwerpen.<\/li>\n<li>Siehe Notiz in Politiken [Stockholm] 6.9.1917, S. 2.<\/li>\n<li>Siehe Bericht in Politiken [Stockholm] 18.8.1917, S. 3; Angelika Balabanoff, Die Zimmerwalder Bewegung, in: <em>Archiv f\u00fcr die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung,<\/em> 12, 1926, S. 411-413 \u2013 Zitat S. 412.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Andere Quellen (Schwedisch, Englisch und Niederl\u00e4ndisch)<\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/arbark.se\/2005\/08\/stockholmskonferensen-1917\/\">Stockholmskonferensen 1917,<\/a> Martin Grass<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/arbark.se\/2010\/08\/letters-from-clara-zetkin\/\">Letters from Clara Zetkin, <\/a>Martin Grass<\/li>\n<li><em>&#8221;&#8217;Werte Genossin&#8230;&#8217; Brev fr\u00e5n Clara Zetkin till den svenska arbetarr\u00f6relsen<\/em>&#8221;, Martin Grass, i<a href=\"http:\/\/www.arbetarhistoria.se\/136\/\"><em> Arbetarhistoria<\/em> Nr 136, 2010:4, (s. 58-60)<\/a><\/li>\n<li><a title=\"K\u00e4lledition: Stockholmskonferensen 1917\" href=\"http:\/\/www.labourhistory.net\/stockholm1917\/\">http:\/\/www.labourhistory.net\/stockholm1917\/<\/a><br \/>\n<small>Follow the link above for information in dutch, english and german.<\/small><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Clara Zetkin und Stockholm 1917 This article is an offprint and previously published in the following Festschrift: H\u00e1bor\u00fak, b\u00e9k\u00e9k, terrorist\u00e1k : Sz\u00e9kely G\u00e1bor 70 \u00e9ves \/ f\u0151szerk. 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